Zur Debatte gestellt: Meinungen und Kontroverses -

Schwarz-Rot-Gold!

von Jonas Krahl

Fussballtrikot der Deutschen Nationalmannschaft
Foto: Jonas Krahl (2026)

Endlich! Bei der Fußballweltmeisterschaft trägt Deutschland wieder schwarz-rot-gold auf der Brust.

Das „Retro-Trikot“ greift dabei Elemente des Designs von 1990 und 1994 auf, wodurch es sich von den Trikots anderer Länder deutlich abhebt. An der Unterkante des Shirts zu lesen: „Adidas-Designed in Herzogenaurach“. Vorerst aber wird es das letzte Mal sein, dass das 1949 von Adolf Dassler gegründete deutsche Unternehmen die Nationalmannschaft ausrüstet. Nach der WM 2026 übernimmt die US-Firma „Nike“ die Ausstattung der Deutschen. Mit diesem Wechsel geht eine Ära zu Ende. Vielleicht wirkt das Adidas-Trikot auch deshalb wie ein Abschiedsgruß aus einer anderen Zeit. Einer Zeit, in der nationale Symbole nicht sofort unter Generalverdacht standen. Heute sind sie umkämpft, obwohl die schwarz-rot-goldene Flagge im Grundgesetz Art. 22 Abs. 2 verankert ist. Sie steht nicht für eine politische Strömung, sondern für die Verfassung, welche sich das Deutsche Volk gegeben hat. Wer ausgerechnet die Deutschlandflagge zum Problem erklärt, bekämpft letztlich ein Symbol der demokratischen Ordnung, die er zu verteidigen vorgibt. Wie weit die Skepsis gegenüber dem nationalen Symbol inzwischen reicht, zeigen immer wieder kuriose Beispiele. Erst kürzlich sorgte eine von einem Berliner Parlamentsgebäude aus geschwenkte Deutschlandflagge für einen Polizeieinsatz. Bereits 2025 erklärte eine Dessauer Stadträtin, die deutsche Fahne sei „nicht mehr zeitgemäß“ und könne „auf ausländische Mitbürger beleidigend wirken“. Es ist daher ein bemerkenswerter Widerspruch, wenn ausgerechnet jene Fahne, die für Einigkeit, Freiheit und Demokratie steht, immer wieder unter Rechtfertigungsdruck gerät. Schwarz-Rot-Gold muss wieder selbstverständlicher werden und darf nicht nach den Wochen der WM für misstrauische Blicke sorgen.

Was kann uns das vorerst letzte Adidas-Trikot also lehren? Vielleicht das: Ein Land braucht Verbundenheit und Selbstbewusstsein für den Erfolg. Dazu gehört auch, die eigenen Nationalfarben mit Freude und Überzeugung zu zeigen.

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